Harnsteinbildung - wer ist besonders gefährdet?

Jeder vierte Harnsteinpatient hat das Risiko mehrmals Nieren – und Harnleitersteine zu bilden. 
Bei diesen Menschen ist eine spezielle Stoffwechseluntersuchung erforderlich;

Damit kann das Risiko einer erneuten Steinbildung bis auf 25% abgesenkt werden.
 

Zu dieser Risikogruppe gehören:

Kinder

Für die Entfernung von Nieren – und Harnleitersteinen werden bei Kindern grundsätzlich die gleichen Behandlungsmethoden angewandt wie bei den Erwachsenen. Die Steine werden minimal-invasiv endoskopisch entfernt.

Frauen während der Schwangerschaft

Die Behandlung von Nieren – und Harnleitersteinen während der Schwangerschaft ist schwierig, weil viele Untersuchungs- und Behandlungsverfahren während dieser Zeit nicht möglich sind.

Überfunktion der Nebenschilddrüsen = primärer Hyperparathyreoidismus

Die Überfunktion der Nebenschilddrüse (in der Fachsprache "Primärer Hyperparathyreoidismus") ist eine Stoffwechselstörung, bei der die vergrößerten Epithelkörperchen ihren Botenstoff, „das Parathormon“, in zu hohen Dosen in die Blutbahn ausschütten.
Dies bewirkt, dass die Kalziumkonzentration im Blut und im Urin ansteigt. Als Folge können sich Nierensteine bilden

Magen-Darm-Erkrankungen

Bei chronischen Darmerkrankungen, wie z.B. Morbus Crohn oder Kolitis ulcerosa, nach einer Gallenblasenoperation und nach operativen Eingriffen besteht ein erhöhtes Risiko für eine Kalziumoxalat-Harnsteinbildung. 

Harnsteinarten mit Phosphatanteil / Harnsäurestein

Wird in der Harnsteinanalyse ein Phosphatanteil nachgewiesen oder liegt ein Harnsäurestein vor, ist bereits nach dem ersten Harnsteinbildung eine Stoffwechseluntersuchung erforderlich, denn es besteht ein hohes Risiko zu einer erneuten Steinbildung

Harnsteinerkrankung vererbbar

Die Zystin-Steinbildung wird durch einen Gen-Defekt verursacht;
Die Aminosäure Zystin ist im Urin deutlich erhöht; meist wachsen diese Zystinsteine schnell und werden sehr groß.
Es ist eine lebenslange vorbeugende Therapie erforderlich.

Gehäuftes Auftreten von Kalzium-Oxalat-Steinen

Die häufigste Harnsteinart ist Kalziumoxalat;
Die meisten Menschen bekommen diesen Stein nur ein oder zweimal in Ihrem Leben.
Er kann sich jedoch auch in kurzen Abständen immer wieder bilden, dann ist eventuell eine Stoffwechselerkrankung die Ursache.

 

Wie beugt man als Risiko-Harnsteinbildner Nieren-  und Harnleitersteinen vor?